USA – Deutschland: Analyse aus Sicht des Beraters für Innovation und Spitzenleistung

Hier kommt wieder die etwas andere Analyse zum Spiel USA – Deutschland. Ich lege wieder die 6 Erfolgsgeheimnisse für Innovationsmanagement und Spitzenleistung aus dem Ansatz von people.innovation.partners. als Bewertungskriterien an. Der Einfachheit halber wähle ich eine Schulnoten-Skala von 1 – 6, mit 1 = Sehr gut und 6 = ungenügend. Zur Erläuterung findet Ihr Plus- (+) und Minuspunkte (-).

Einmal öfter aufstehen als zu Boden gehen: 3
+ Spiel gegen Ghana gut verkraftet und entlang der eigenen Stärken das Spiel gemacht
+ Obwohl die Anfangsoffensive nicht zum Tor führte, gingen Motivation und  Ordnung nicht verloren
- kein Rückstand oder wirklich kritischen Situationen zu bewältigen

Growth Mindset statt starrem Selbstbild:  3
+ Variation: Konsequentes Flügelspiel zu Beginn, leider ohne Torerfolg
- Trotz deutlicher Überlegenheit unterliefen unerwartete Fehler
- Einige Spieler haben ihre spielerischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft

Siegermentalität: Den Raum einnehmen und ausfüllen:  2
+ dauerhaft sicher gespielt und das Spiel dominiert
+ Siegtor geschossen
+ Möglicher Ausgleich gegen Ende verhindert
- Gegner hat nicht  das letzte gefordert
- Abschluss zu selten erfolgreich
- Nach Spielanteilen hätte der Sieg deutlich klarer ausfallen müssen

Der Wettbewerb im Team muss konstruktiv bleiben:  1
+ Kein unproduktives Konkurrenzverhalten zu beobachten
+ Gute Integration der Auswechselspieler

Gerade Sieger müssen lernen:  3
+ Trotz defensivem Gegner wurde versucht, mit spielerischen Mitteln zum Tor zu kommen (Flügelspiel)
+ Kontrollierte Offensive: Offener Schlagabtausch, wie in der 2. Halbzeit gegen Ghana wurde vermieden
+ Veränderungen in der Startelf gaben Mittelfeld Stabilität
+ Auswechslungen mit Veränderung der Taktik in der Halbzeit brachten neue Impulse im Sturm und führten zum Tor
- Nachdem kein frühes Tor fiel, verengte sich das spielerische Repertoire

Maverick: Zufallschancen ermöglichen und entschlossen nutzen: 2
+ Chancensucher Thomas Müller steht im richtigen Moment am richtigen Platz und nutzt die Gelegenheit
- Vielzahl kurz vor Abschluss verhinderter Chancen
- Bis zur Halbzeit haben die anderen Stürmer die gegnerischen Abwehrspieler zu wenig gebunden
- Niemand neben Thomas Müller erkennbar, der ähnlich gut zufällige Chancen erkennt und nutzt

Mein Fazit: Ein ungefährdeter Sieg, wo das DFB-Team üben konnte, einen stark defensiv agierenden Gegner zu bezwingen. Es fehlte allerdings der letzte Biß und oft Tempo. So bleibt die Frage gerade vor dem Eindruck der letzten Minuten offen, ob es für stärkere Gegner reicht.

Wie können Sie einschätzen, wo Ihr Unternehmen mit Blick auf Innovationskompetenz steht? Wie gut ist Ihre Organisation für Spitzenleistung gerüstet? Möchten Sie den ersten Schritt tun? Mehr unter www.peopleinnovationpartners.com oder Nachricht an edmund.komar@peopleinno.com.

Volatilität als unternehmerische Herausforderung – jetzt handeln

Die Akteure der Weltwirtschaft starren gebannt auf die Eurokrise. Auch die Sonderkonjunktur in Deutschland zeigt Risse. Es gibt keinen eindeutigen Trend nach oben oder unten, wie wir es aus früheren Konjunkturzyklen gewohnt waren. Es bleibt die Aussicht auf eine labile gesamtwirtschaftliche Lage. Wie sollen Unternehmen planen. Eine vernünftige Antwort ist aus meiner Sicht, sich rechtzeitig auf die Chancen und Risiken einer volatilen Wirtschaft einzustellen und die noch gute Lage in Deutschland zu nutzen.

Was bedeutet das aus Sicht eines Unternehmens. Gerade jetzt muss die strategische Positionierung kristallklar sein. Alles, was nicht zum strategischen Kern gehört, muss kritisch hinterfragt und auf Möglichkeiten zur Flexibilisierung geprüft werden. Dazu gehört eine Revision des Portfolios über alle Ebenen hinweg, von den Geschäftsfeldern über das Produktsortiment bis hin zu den Kunden. Verkäufe, Outsourcing oder Bereinigungen unprofitabler Engagements stärken die Kapitalkraft und bieten die Chance, im Einklang mit der Marktentwicklung zu atmen. Eine stärkere Kapitalbasis ist nicht nur ein Polster für schlechtere Zeiten, sondern verbessert auch die Chance für strategische Akquisitionen, die in Krisenzeiten häufiger möglich und preiswerter sind.

Human Resources muss die Herausforderung Volatilität annehmen, in die Personalstrategie integrieren, Kennzahlen, Abläufe und Werkzeuge zur Verfügung stellen und das Management pro aktiv fordern aber auch wirkungsvoll unterstützen. Dr. Jochmann hat auf der 11. Kienbaum Jahrestagung: „Schneller, höher, weiter: HR in volatilen Märkten“ am 24.5.2012 einen bemerkenswerten programmatischen Vortrag mit dem Titel “HR-Management reloaded – Antworten auf die Herausforderungen in volatilen Märkten” gehalten.

Modelle zur Flexibilisierung der Arbeitszeit haben sich während der letzten Krise bewährt. Wer hier noch nicht gut aufgestellt ist, sollte dringend handeln. Auch Öffnungsklauseln in Tarifverträgen z.B. für Betriebsvereinbarungen über Kurzarbeit sind eine gute Vorbereitung auf schlechtere Zeiten. In guten Zeiten mit Sozialpartnern vorausschauend zu verhandeln, hat sich häufig als Vorteil erwiesen.

Neben Fokussierung und Vereinfachung der Prozesse ist eine anpassungsfähige Workforce natürlich Kernelement. Dazu bedarf es eines professionellen Total Workforce-Managements und einer Szenarien-basierten Workforce-Strategie, die eine zügige Reaktion auf Veränderungen der Großwetterlage ermöglicht. In Zeiten von Web 2.0 und Crowdsourcing stehen den Unternehmen aber weitere Optionen zur Verfügung. Total Crowdforce Management (CTM)  nutzt systematisch des dynamisch wachsenden Crowdsourcing Marktes, z.B, für Micro-Tasks, die nicht automatisiert werden können. Hier sind häufig 50 – 90 % Kostenreduktion möglich. Creative Content Marktplätze schütten bereits heute weltweit 13 Mrd. $ an Honoraren an Freiberufler aus. Über die deutschen Plattform Twago können mehr als 150.000 Experten angesprochen werden. Eine gute Übersicht bietet der Crowdsourcing Report.

Vielversprechend sind Open Innovation Plattformen, über die Unternehmen mit immer ausgefeilteren Prozessen Kunden, Mitarbeiter oder Externe in die Entwicklung von Produkten und Services einbinden. Das Spektrum reicht von neuen Senfsorten über das kreative Design von Zügen bis hin zu komplexen Verkehrskonzepten für ganze Städte. Das Querdenker Gipfeltreffen im Juli 2012 hat sich diesem Thema ausschließlich gewidmet.

Wie gut ist sind Ihr Unternehmen und Ihre Personal-Funktion angesichts der Herausforderung Volatitliät aufgestellt?