4 alarmierende Keynotes, die Ihnen den Weg für Wachstum bereiten

Neulich habe ich einen Kunden bei der Vorbereitung eines Gespräches mit einem Vorstand unterstützt. Wir haben Fragen gesammelt, mit denen man die Bereitschaft zu Innovation und Change testen und fördern kann. Hier ein Beispiel: „Stellen Sie sich bitte vor, es wäre 2020 und Sie oder Ihr/e Nachfolger/in hätten die Chance, Sie aus der Zukunft im Jahr 2014 anzurufen. Welchen Anruf würden Sie lieber bekommen: Einen Notruf, wo Sie verzweifelt gefragt werden, wo denn die Innovationen bleiben, die neue Wachstumsfelder erschließen? Oder einen  Anruf voller Dankbarkeit, dass Sie Innovationskompetenz und – Kultur rechtzeitig aufgebaut haben, so dass ständig neue Geschäftsmodelle entwickelt und Wachstumfelder erschlossen werden?“

 

Eine immer größere Zahl von Unternehmen, die einen radikalen Umbruch in ihrer Branche erleben, stehen an einem Scheideweg, zögern oder haben keine Orientierung. Da braucht es häufig einen Impuls oder Weckruf,  der über den Alltag und das operative Geschäft hinausreicht, der durchaus provokativ gewohnte Muster in Frage stellt. Häufig kann eine externe Stimme aus unabhängiger Position viel klarer Risiken, Handlungsdruck und Chancen artikulieren. Das können Keynotes oder kurze Impuls-Workshops sein. So kann für die internen Zukunftsgestalter der Boden bereitet werden.

 

Der Kunde hatte mich gebeten, einige aktuelle Themen, zu denen wir Keynotes und Impulse geben können, zusammenzustellen. Die 4 Themen, die unsere Kunden derzeit am stärksten interessieren, sind hier aufgelistet. Welche Herausforderungen stehen bei Euch/Ihnen oben auf der Liste?

Neues Instrument zur Einschätzung von Innovationskompetenz gemeinsam mit der Hochschule Fresenius Köln erfolgreich getestet

Für die Entwicklung eines Online-Instruments zur Bestimmung der Innovationsfähigkeit von Mitarbeitern und Führungskräften wurden gemeinsam mit Daniel Braun und Prof. Katja Mierke von der Hochschule Fresenius verschiedene Modelle, Theorien und wissenschaftliche Befunde aus den Bereichen Kreativität, InnovationInnovationskompetenz und Entrepreneurship herangezogen. Mit den auf Selbstbeurteilungen basierenden Dimensionen des Fragebogens sowie zwei Leistungstests ermöglicht das Instrument eine differenzierte Beurteilung der Fähigkeiten, Motive, Verhaltensweisen und Eigenschaften von Mitarbeitern und Führungskräften, die in den unterschiedlichen Phasen des Innovationsprozesses potenziell von Bedeutung sind. Mehr Informationen finden Sie hier in unserem White Paper “Assessment der persönlichen Innovationskompetenz”.

Um die Güte des Verfahrens zu bestimmen wurden u. a. Reliabilitätsanalysen, Interkorrelationen zwischen den Leistungstests und bestimmten Selbstbeurteilungen sowie Unterschiede zwischen Teilnehmergruppen berechnet. Unser Dank gilt allen Teilnehmern der Validierungsstudie. Die Reliabilitätsanalysen zeigen, dass die im Instrument verwendeten Skalen in sich konsistent sind. Positive und signifikante Korrelationen zwischen den Ergebnissen der Leistungstest und den Selbstbeurteilungen belegen die Kriteriumsvalidität des Verfahrens. Mit anderen Worten: Das Instrument misst zuverlässig das, was es messen soll.

Als besonders interessant erwiesen sich einige der Gruppenvergleiche: Teilnehmer, die ein erfolgreiches Unternehmen mit innovativen Produkten oder Dienstleistungen gegründet hatten, schnitten durchschnittlich besser ab als Teilnehmer, deren Unternehmen nicht innovativ oder (noch) nicht wirtschaftlich erfolgreich waren. Diese Unterschiede fielen sogar noch größer aus, wenn man die erfolgreichen und innovativen Unternehmer mit den Nicht-Unternehmern verglich. Die Unterschiede waren für alle Dimensionen und Testergebnisse des Instruments statistisch signifikant.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Instrument tatsächlich dazu geeignet ist, Personen zu identifizieren, die sowohl in der Lage sind, kreative, neuartige Ideen hervorzubringen, als auch Innovationen erfolgreich im Markt umzusetzen. Insgesamt deuten die Ergebnisse auf eine hohe diagnostische Güte des Instruments hin. Noch viel wichtiger aus unserer Sicht: Das Instrument ermöglicht mit Blick auf Stärken und Entwicklungsfelder, gezielte Empfehlungen zu geben, um auf dieser Basis fundierte Entwicklungspläne zu erstellen.

Wir haben inzwischen begonnen, das Instrument zum Coaching von Einzelpersonen, TeamsInnovationskompetenz im Team oder Bereichen von Unternehmen sowie in der Gründerberatung einzusetzen. Weitere Einsatzmöglichkeiten zeichnen sich in der Zusammenarbeit mit Investoren ab, die die Startbedingungen von Gründerteams durch rechtzeitiges zielgerichtetes Coaching auf ein neues Niveau heben möchten. Gleichzeitig planen wir, die begleitende Forschung fortzusetzen, um die Datenbasis zu verbreitern.

Falls Sie an einem Einsatz des Instruments interessiert sind (z. B. im Rahmen eines persönlichen Coachings oder einer Personalentwicklungsmaßnahme für Ihr Unternehmen), freuen wir uns über eine Nachricht an edmund.komar@peopleinno.com.

Der 4. Stern: Ein filmreifes Heldendrama mit allen Blockbuster-Zutaten

Was haben wir für ein ergreifendes Drama über die gesamte Fußball Weltmeisterschaft und ganz besonders im WM-Finale erlebt. Da war alles drin: traurige Verlierer, unglückliche Pechvögel und über-ragende Helden, die sich von den Prüfungen des Schicksals nicht beirren lassen. Ein Spiel auf Messers Schneide mit einem Gegner auf Augenhöhe und eine Verlängerung, die überstanden werden musste,  reichte dem Regisseur Schicksal nicht. Es hat den Abend mit tragischen Elementen belebt. Das Drehbuch war Oskar verdächtig.

Sami Khedira, dem unermüdlichen Kämpfer, blieb die Krönung seiner WM versagt. Da hat er das Unmögliche möglich gemacht und sich mit unbändigem Willen und Disziplin nach seiner schweren Verletzung zur und in die WM gekämpft. Und nun spielt ihm das Schicksal einen grausamen Streich. Er kann wegen Problemen mit der Wadenmuskulatur nicht antreten. Nun war Khediras Unglück aber die Chance für den jungen Christoph Kramer. Er konnte seinen Kindheitstraum in ungeahnter Intensität erleben. Nach tollem, vielversprechendem Einstand wurde er Opfer eines gefährlichen Zusammenstoßes und musste trotz Aufbäumens mit Gehirnerschütterung aufgeben.

Der unermüdlich und vorbildhaft kämpfende Sebastian Schweinsteiger, der dem Spiel Struktur und Stabilität gab, wurde mehrfach brutal gefoult und trug eine blutende Platzwunde davon. Er ließ die Wunde unter Schmerzen am Spielfeldrand nähen, gab dann dem Team mit seiner „Wiederauferstehung“ ein großartiges Beispiel für Durchhaltewillen, dass den Mitspielern einen neuen Energieschub verlieh

Miro Klose erlebte seinen Traum, wurde 12 Jahre nach dem verlorenen WM Finale in Tokio mit 36 Jahren Weltmeister und räumte zusätzlich den Rekord als ewiger WM-Torschützenkönig ab. Bei seiner Auswechslung in der Verlängerung geschah dann noch etwas nahezu mythisches. Er übergab den Staffelstab an Mario Goetze und gab dem „Spezialkraft-Joker“ einen Zauber mit auf den Weg, in dem er ihn bestärkte, dass Mario das entscheidende Tor machen würde. Auch Jogi Löw hat wohl mitgezaubert, als er Mario Götze vor der Einwechslung zwickte und Mut zusprach. Und tatsächlich, das alles entscheidende Tor schießt ein Spieler, der bei der WM bisher nicht sein volles Potenzial abrufen konnte. An diesem Abend setzte er mit seiner brillanten Technik das Ausrufezeichen des Spiels, schrieb sich ins Buch der Fußball Geschichte ein und zeigte der ganzen Welt, dass er auf dem Weg zu einem ganz Großen ist.

Geht man die 6 Erfolgsfaktoren der Weltmeister durch, dann haben im Finale vor allem

  • Resilienz: Einmal mehr aufstehen als zu Boden gehen
    Trotz all der dramatischen Hürden, die plötzlich auftauchten, hat die Mannschaft sich nicht vom Weg abbringen lassen und das Unmögliche geschafft.
  • Siegermentalität: Den Raum einnehmen und ausfüllen
    Nach dem die anfängliche Nervosität abgelegt war, ließen die Spieler keinen Zweifel an Ihrem unbändigen Siegeswillen aufkommen. Führungsspieler und Trainer bewahrten bei allen Widrigkeiten Ruhe, Über- und Zuversicht in die eigene Stärke.
  • Team: Sich gegenseitig erfolgreich machen
    Ständig wurden Schwächen der Mitspieler klaglos ausgebügelt und versucht, deren Stärken mit geschickter Vorarbeit zur Geltung zu bringen. Auch die Jubelszenen mit den Kindern und Familien der Spieler zeigten, dass dort ein großes Team zusammengewachsen ist.

den Unterschied gemacht.

Jogi Löw hat mit systematischer Arbeit über 10 Jahre diesen Erfolg mit langem Atem vorbereitet und in Brasilien sein Meisterstück gemacht. Er hat dort mit seinem Team hinter dem Team die Rahmenbedingungen geschaffen, die am Ende den Unterschied ausgemacht haben. Enttäuschungen und Kritik haben ihn nicht vom Weg abgebracht. Er hat auch gezeigt, dass ein Erfolgscoach kein extravertierter Marktschreier sein muss. Er war in der Lage mit seiner ruhigen, aber geradlinigen und bestimmten Art, Talente zu entdecken, sie zu fordern und zu fördern. Mit Vertrauen in die Spieler, viel Zuspruch und konstruktivem Feedback hat er Selbstvertrauen und Growth-Mindset gefördert. Sein introvertierter Grundcharakter erlaubt ihm, dass neben Ihm Menschen wachsen können.

Nehmen wir uns das tolle Abenteuer Weltmeisterschaft als Motivation mit in unseren Alltag und öffnen uns für das, was wir von Jogi Löw lernen können. Allen die Spieler trainieren, Kinder erziehen, Schüler unterrichten oder Mitarbeiter führen, lege ich zur Vertiefung die Erkenntnisse von Carol Dweck (Mindset: The New Psychology of Success)  und Susan Cain (The Power of Introverts) ans Herz. Was lernen Sie, lernt Ihr aus diesem Sommerdrama mit Happyend?

Reif für den WM-Titel? Analyse Deutschland – Ghana mit Blick auf Innovationskompetenz und Basis für Spitzenleistung

Das Spiel Deutschland – Ghana hat mich – wie sicher viele andere Fußballfans auch – stark bewegt.  Kommentare aus fußballerischer Perspektve gibt es heute genug. Daher möchte aus anderem Blickwinkel schauen und einschätzen, wie es um Innovationskompetenz und die Basis für Spitzenleistung betellt ist. Die 6 Erfolgsgeheimnisse der Fußball-Weltmeister, die Ihr Unternehmen an die Spitze führen, die im Blogartikel beschrieben sind, nutze ich als Skalen zur Bewertung. Der Einfachheit halber wähle ich eine Schulnoten-Skala von 1 – 6, mit 1 = Sehr gut und 6 = ungenügend. Zur Erläuterung findet Ihr Plus- (+) und Minuspunkte (-).

Einmal öfter aufstehen als zu Boden gehen: Note 2
+ Ausgleich nach Rückstand erkämpft.
+ Nie aufgegeben
- Zum Siegtreffer hat es nicht gereicht

Growth Mindset statt starrem Selbstbild: 3
+ Kommentare der Spieler nach dem Spiel deuten auf Bereitschaft, mit Einsatz und neuen Vorgehensweisen noch mehr erreichen zu wollen
+ Ausgleich zum 2:2 stärkt Überzeugung, auch in schwierigen Situationen durch eigenen Einsatz Erfolg zu erarbeiten. Kann wichtige Erfahrung für weitere schwere Spiele werden
+ Arbeits- und Lernmodus aktiviert, nachdem klar war, mit Genialität alleine geht es nicht
- Einige Spieler hatten Mühe, sich umzustellen, als das Spiel nicht wie erwartet lief
- Da es nicht zum Sieg gereicht hat, bleiben bei einigen Spielern evtl. Restzweifel, ob die Mannschaft titelfähig ist

Siegermentalität: Den Raum einnehmen und ausfüllen: 4
+ Klose und Schweinsteiger haben sofort Präsenz und Siegeswillen demonstriert, was im Ausgleichstor mündete
- Frühzeitig vom Gegner das Spiel aufzwingen lassen
- In entscheidenden Momenten haben sich auch Führungsspieler verunsichern lassen
- Kein Siegtreffer, trotz Einsatzwillen.

Der Wettbewerb im Team muss konstruktiv bleiben: 1
+ Keine Anzeichen für Frust und Aggression der Auswechselspieler
+ Keine gegenseitige Schuldzuweisungen und destruktive Konflikte auf dem Platz
+ Gute Integration der “Spezialkräfte = Auswechselspieler ins Spiel”

Gerade Sieger müssen lernen: 4
+ Keine überbordende Überheblichkeit
+ Immerhin spätes Lernen mit taktischen Umstellungen und Einwechslung von Klose und Schweinsteiger
- Kantersieg gegen Portugal hat trotz verbal anderer Bekundungen wohl doch neue Impulse blockiert

Maverick: Zufallschancen ermöglichen und entschlossen nutzen: 5
- Nach den 3 Toren im Spiel gegen Portugal, ist die Stärke von Thomas Mueller für alle Gegner präsent. Daher sieht er sich nun harter Gegenwehr gleich von mehreren Gegenspielern gegenüber. Überraschendes blieb – trotz tollem Kampfgeist – bis auf den Assist zum 1:0 aus.
- Niemand anderes aus der Mannschaft konnte die Lücke füllen
- Zu oft war das Spiel ausrechenbar

Mein optimistisches Fazit: Das 2:2 kann eine der Prüfungen gewesen sein, die eine gute Mannschaft auf den Weg zu einer grossen Mannschaft weiterbringt. Entscheidend ist der Lerneffekt und die mentale Reifung bis zum nächsten Spiel. Bin gespannt auf Ihre Einschätzung.

Wie können Sie einschätzen, wo Ihr Unternehmen mit Blick auf Innovationskompetenz steht? Wie gut ist Ihre Organisation für Spitzenleistung gerüstet? Möchten Sie den ersten Schritt tun? Mehr unter www.peopleinnovationpartners.com oder Nachricht an edmund.komar@peopleinno.com.

6 Erfolgsgeheimnisse der Fußball-Weltmeister, die Ihr Unternehmen an die Spitze führen

Warum gibt es bei einer Fußball WM ein Favoritensterben? Warum ist es der deutschen Fußballnationalmannschaft seit 1996 trotz herausragendem spielerischen Potenzial nicht gelungen, einen Titel zu holen? Angeregt durch den Artikel “Jogi, wir haben ein Problem” von Wolfram Eilenberger in der Welt am Sonntag vom 15.6.2014  stelle ich meine Sicht dar. Und vorab, ich bin überzeugt, dass Unternehmen vom Fußball einiges über Innovation und Erfolg im deutlich härter werdenden Wettbewerb lernen können. Gehen wir davon aus, dass die Basiserfolgsfaktoren (needed to play) physische Fitness und spielerisches Potenzial vergleichbar sind, aber auch dass nach einem taktisches System gespielt wird, dass eine Chance auf Erfolg ermöglicht. Was fehlt dann noch? Zum Start der Diskussion meine Liste der Erfolgsgeheimnisse (needed to win), die als einzelne Faktoren sicher keine Geheimnisse sind. Die Umsetzung ist aber eine Kunst. Ich bin gespannt auf Ergänzungen.

Einmal öfter aufstehen als zu Boden gehen

Der Leitspruch aus dem Boxen ist eine tolle Umschreibung für den wissenschaftlichen Begriff Resilienz. Wie gut gelingt es einer Spitzenmannschaft einen Rückstand zu verkraften? Wann hat die deutsche Nationalmannschaft in den letzten Jahren ein entscheidendes Spiel nach einem Rückstand gedreht? Der Weg zum Sieg ist nicht nur mit Erfolgen gepflastert. Vielmehr sind viele Rückschläge zu verdauen und am besten daraus zu lernen, um mentale und emotionale Stärke zu gewinnen. Das sind die Art von Prüfungen, die Helden aus antiken Sagen bestehen mussten. Serielle Entrepreneure, die mehrfach Unternehmen gegründet und erfolgreich gemacht haben, zeigen diese Tugend. Resilienz können Menschen, Teams und Organisationen lernen. Zahlreiche Studien bestätigen das, so z.B. die groß angelegten Programme, der US Armee zeigen auch unter widrigsten Umständen Große Wirkung. Wie stimulieren und fördern Sie die Entwicklung von Resilienz in Ihrem Unternehmen? Oder glauben Sie noch an den Sprung ins kalte Wasser, der aber leider nur ein Zufalls-Generator wie beim Lottospiel darstellt und Ihre Erfolgschancen im Vergleich zum Wettbewerb nicht vergrößert.

Growth Mindset statt starrem Selbstbild

Die Forschungen der Pädagogin Carol Dweck die im deutschen Sprachraum noch wenig Resonanz gefunden haben, liefern überraschende Einsichten. Menschen mit starrem Selbstbild z.B. positiv starr ” Ich bin ein genialer Fußballer” oder negativ starr “Ich kann überhaupt nicht Fußball spielen” zeigen bei neuen Herausforderungen oder unerwarteten Schwierigkeiten deutlich schwächere Leistungen. Während das für ein negativ starres Selbstbild unmittelbar nachvollziehbar ist, kommt es im positiven Fall unerwartet. Die Erklärung ist, dass Menschen mit positiv starrem Selbstbild von unerwarteten Schwierigkeiten schnell entmutigt werden. Sie sind enttäuscht, dass Ihre “Genialität” nicht reicht, entwickeln nicht die notwendige Beharrlichkeit und geben zu früh auf. Großen Einfluss auf das Selbstbild haben Eltern, Lehrer, Führungskräfte oder Trainer mit der Art, wie sie Feedback und Anerkennung geben. Wenn Sie statt “toll, bin stolz auf dich” oder “genial” gehaltvolleres Feedback geben, dass Art und Umfang der Anstrengung, Lernen und Beharrlichkeit in den Vordergrund rückt, dann wird die Sicherheit entwickelt, auch bei widrigen Umständen mit eigenen Einsatz das Spiel drehen zu können. Wie ermuntern und unterstützen Sie in Ihren Unternehmen Führungskräfte und Kollegen im Alltag gehaltvolles Feedback zu geben und anzunehmen?

Siegermentalität: Den Raum einnehmen und ausfüllen

Auf dem Fußballfeld braucht es zumindest einige Spieler und am besten auch den Trainer, die gegenüber dem Gegner natürliche Dominanz ausstrahlen. Das drückt sich in Körperhaltung, -spannung und proaktivem Verhalten, wie Forechecking aus. So wird das “Revier” besetzt und vermittelt, dass ein Angriff keinen Erfolg verspricht. Wenn die Führungsspieler sich zusätzlich wenig von den Dominanzgesten der Gegner beeindrucken lassen und der Trainer auch unter Druck souverän bleibt, neigt sich die Waage zu den eigenen Gunsten. Wer sich für mehr Hintergrund interessiert: Stefan Spies beschreibt das in seinem Buch “Der Gedanke lenkt den Körper” mit dem Hoch- und den Tiefstatus.  Aber Vorsicht, hier ist nicht eine unnatürliche Überheblichkeit gemeint. Haben Sie in Ihrem Unternehmen genügend Führungsspieler mit Substanz und Siegermentalität, die Ihre Mitarbeiter und Kollegen inspirieren?

Der Wettbewerb im Team muss konstruktiv bleiben

Der Wettbewerb mit dem Gegner muss im Vordergrund stehen. Eine Vielzahl von empirischen Studien haben ein Phänomen bestätigt, dass als LOSADA Line bekannt geworden ist. Dr. Marcial Losada hat als erster die Gesetzmäßigkeit entdeckt, dass Teams dann produktiv arbeiten, wenn die Anzahl konstruktiver Kommunikation gegenüber negativer Kommunikation (Positivity Ratio) zwischen 3:1 und 9:1 liegt. Unter 3:1 entsteht kein Zusammenhalt und nicht die notwendige Basis für Spitzenleistungen. Über 9:1 entwickeln sich extremistische, sektenartige Strukturen, wo die Wahrnehmung der Welt unrealistisch wird und die Wettbewerber nicht mehr ernst genommen werden. Wenn der Wettbewerb innerhalb einer Organisation zu stark in den Vordergrund gerückt wird, dominiert Eigennutz und Silodenken, die ein produktives Teamklima verhindern. Wie balancieren Sie in Ihrem Unternehmen Wettbewerbs- und Teamorientierung aus?

 Gerade Sieger müssen lernen

So lautet die These von Prof. Hans-Dieter Herrmann, der die Fußball Nationalmannschaft mental coached. Im Sieg lauert bereits der Kern der Niederlage. Jeder Sportler weiß, dass man nach einem wichtigen Sieg droht, in ein motivationales Loch zu fallen. Nur mit neuen, ambitionierten und sinnhaften Zielen, die herausfordern und einen Zwingen eine Schwelle zu überspringen, kann gegengesteuert werden. Heute kann man das sogar neurobiologisch belegen. Die Konkurrenten werden motiviert durch die “Schmach” der Niederlage motivational aufrüsten, und eine Revanche suchen. In Wettbewerb der Unternehmen ist heute nachgewiesen, dass Marktführer 3 mal schneller von der Spitze verdrängt werden als noch vor 10 Jahren. Das Innovators Dilemma beschreibt ein natürliche Phänomen: Erfolgreiche Unternehmen tun sich schwer, radikal neue Ideen umzusetzen. Das machen dann neue Wettbewerber und verdrängen die Marktführer von der Pole Position. Wie schaffen Sie es in Ihrem erfolgreichen Unternehmen, Selbstgefälligkeit zu vermeiden und rechtzeitig dafür zu sorgen, dass Sie auch in 3 oder 5 Jahren noch Geld verdienen.

Maverick: Zufallschancen ermöglichen und entschlossen nutzen

Auch der beste Taktiker kann ein Spiel nicht vorhersehen. Es nimmt oft unerwartete Wendungen und es entstehen neue Chancen. Wie gelingt es, offen zu bleiben für die Früchte am Wegesrand, die man nicht erwartet hat, die aber gut schmecken. Serendipität wird das in Systemtheorie und im Innovationsmanagement genannt und Corporate Effectuation ist ein Managementansatz, der dieses Prinzip verfolgt. Das bedeutet, ständig das Spiel zu monitoren und in Bewegung zu sein, um Chancen zu wittern. Dafür braucht es eine besondere Wachheit, Sensibilität für schwache Signale, die Fähigkeit “das Spiel zu lesen” und mögliche Züge oder Szenarien voraus zu denken. Wolfram Eilenberger nennt hier Thomas Müller als typischen Vertreter der Kategorie Chancensucher und – Verwerter, eine Art Maverick auf dem Fußballfeld. Wo sind in Ihrem Unternehmen die Chancensucher und -Verwerter? Haben Mavericks in Ihrem Unternehmen eine Chance?

Der deutschen Nationalmannschaft drücke ich für Brasilien 2014 alle Daumen und hoffe auf den Titel. Wie es kommen wird, wissen wir nicht. Das macht den Fußball ja so spannend.

Wenn Sie die Erfolgsgeheimnisse der Fußball-Weltmeister für Ihr Unternehmen nutzbar machen möchten, freue ich mich über einen Besuch auf www.peopleinnovationpartners.com oder über Ihre Nachricht an edmund.komar@peopleinno.com.